Hyundai Sante Fe: Kaufberatung
Sanfter Riese

Seit der Einstellung des ix55 im Jahr 2011 beansprucht der Santa Fe in seiner nunmehr vierten Generation die Position als Top-Modell bei Hyundai. Ob er diesem Anspruch gerecht wird, klärt unsere Kaufberatung.
- Christoph Richter
Platziert ein Hersteller ein Modell als neues "Top-Modell", steigen die Ansprüche an dieses Fahrzeug um ein Vielfaches. Der springende Punkt: Früher oder später sollten all die Highlights, in welcher Form auch immer, an die anderen Modelle des Konzerns weitergereicht werden. Ist es gerade bei uns Deutschen traditionell die S-Klasse bei Mercedes, der 7er bei BMW oder der A8 bei Audi, positionieren die Verantwortlichen bei Hyundai den Santa Fe als ihre Speerspitze. Und so werfen wir einen ganz genauen Blick auf Generation Nummer vier, die seit 2018 bei den Händlern steht und weit hinter dem Skoda Kodiaq liegt.
Mehr Spielraum bei der Konfiguration wäre wünschenswert

Das Head-up-Display (ab Style) lässt sich selbst bei starker Sonneneinstrahlung noch gut ablesen.
Überblick: Alles zum Hyundai Sante Fe
Der Innenraum ist einwandfrei verarbeitet
Zum größten Teil detailverliebt – ab Style und Premium – zeigt sich Hyundai im Interieur des Santa Fe. Kunstleder auf dem Armaturenträger sowie in den Türarmlehen und in der Mittelkonsole steigern den Premium-Eindruck. Fraglich dagegen, warum die Finger in den Türtafeln rund um den Türgriff auf Hartplastik treffen. Das wirkt alles andere als stimmig. Abgesehen vom zusätzlich groben, aber verschmerzbaren Plastik im unteren Bereich des Armaturenträgers, präsentiert Hyundai einen sehr hochwertigen und einwandfrei verarbeiteten Innenraum. Tasten und Schalter geben allesamt gutes Feedback, die Auflösung aller Displays ist gestochen scharf. Die volldigitalen Instrumente mit Sieben-Zoll-Monitor finden Sie ab den Linien Style und Premium serienmäßig, bei Select und Trend sind es klassisch analoge, die Option auf die volldigitalen besteht nicht. Beim Infotainment hält es Hyundai klassisch asiatisch, heißt: alles in einem Paket. 1830 Euro bei Trend, darüber hinaus Serie, kommt das System mit Navi, acht Zoll großem Touchdisplay mit acht Kurzwahltasten und zwei Drehdrückstellern – hervorragend. Dazu gibt es Apple CarPlay, Android Auto und ein klanglich überzeugendes Audiosystem mit zehn Lautsprechern und Subwoofer von Krell aus den USA.
Die verstellbare Rückbank schafft Platz in Reihe drei

Mit umgeklappten Sitzen ergibt sich ein nahezu flacher Ladeboden. Das maximale Ladevolumen liegt bei 1695 Liter, 1625 beim Siebensitzer.
Nur mit großer Anstrengung bleibt der Verbrauch unter zehn Liter
Potenzial sehen wir beim Santa Fe in erster Linie bei den Antrieben. Den Einstieg bildet ein 2,4-Liter-Sauger ohne Turboaufladung, dafür mit Ottopartikelfilter und 185 PS. Angegeben mit kombinierten 9,3 Litern auf 100 Kilometern, mussten wir über die Testdauer von zwei Wochen feststellen, dass es schon enorme Anstrengung braucht, um unterhalb von zehn Litern zu bleiben. Wir empfehlen, sofern Sie den mindestens 1,7 Tonnen schweren 2.4 GDI präferieren, so vorausschauend wie möglich zu fahren, sonst stehen Sie selbst mit 71 Liter Tankvolumen häufig an der Zapfsäule. Gekoppelt ist der Benziner immer an eine Sechsstufen-Wandlerautomatik, die uns im Test nicht richtig überzeugen konnte. Bei den Selbstzündern, zwei an der Zahl, sieht die Sache wieder etwas anders aus. Hier offerieren die Südkoreaner einen 2,0-Liter-Vierzylinder mit 150 und einen 2,2-Liter-R4 mit 200 PS. Ersterer kommt ausschließlich mit Sechsgang-Handschaltung und Vorderradantrieb, während der stärkere die Option auf die Handschaltung, eine von Hyundai neu entwickelte Achtstufen-Wandlerautomatik sowie Allradantrieb besitzt.
Geräuschdämmung und Fahrverhalten haben sich verbessert

Die Doppelverglasung für eine bessere Geräuschdämmung im Innenraum kommt bereits ab Select.
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